Es gibt ja in der Öffentlichkeit längst für beide Begriffe einen gewissen Bekanntheitsgrad, wobei der Vegetarismus sicherlich besser bekannt ist.
Dank Internet und der inzwischen sehr stark gewachsenen Verbände wie z.B. Vebu und PeTA und vieler lokalen Initiativen. Doch stellt man auch immer wieder fest, dass selbst unter beiden Gruppen die Trennlinie immer wieder diskutiert, nachgefragt wird.
Auch innerhalb dieser beiden Gruppen gibt es noch eine Reihe von Differenzierungen, die teilweise auch sehr streng, fast fanatisch ihre Ernährungsweise als die Richtige ansehen.
Doch darauf möchte ich jetzt nicht eingehen. Mich interessiert vorallem, wie weit ein Vegetarier/Veganer bewusst genug ist, sich dazu zu bekennen, mehr noch wie weit er/sie bewusst es auch als Aufgabe ansieht diese Ansicht weiterzugeben.
Es ist trotz Aufklärung und Bekanntheitsgrad dieser Lebensweisen nicht immer leicht für diejenigen, in der Familie und/oder unter den Bekannten auf eine tolerante Aktzeptanz zu stossen. Teils Ablehnung, teils Sorge um die Gesundheit sind so die gängigen Argumente dagegen. Die Diskussion mit den "Anderen" stellt sich oft als schwierig heraus, weil dann momentan gerade die richtigen Argumente nicht zur Hand oder man sich in einer Diskussion verzettelt oder weil man manchmal auch einfach angegriffen wird und sprachlos ist.
Die meisten Vegetarier/Veganer kennen solche Situationen.
Auch gibt es hin und wieder Zoff zwischen den beiden Gruppen, wobei meist die Veganer die Vegetarier bedrängen, ob ihrer "Halbherzigkeit".
Wie reagiert man in solchen Situationen? Entsteht da Wut, Ärger, Resignation?
Wir wissen ja, dass Agression immer ein schlechter Ratgeber ist, wir also , falls uns was an der Diskussion liegt, ruhig und geduldig reagieren sollten. Wichtig ist natürlich eine ausreichende Information, so dass wir Gegen-Argumenten auch beantworten können.
Es gibt natürlich auch genügend unter uns, die ihre Ernährungsweise garnicht mit anderen diskutieren wollen, sie ziehen sich zurück oder schrecken einfach davor zurück.
Andere unter uns sind fast zu missionarisch, manchmal zu fanatisch unterwegs, sehen in allen anderen einen Gegner, einen Feind, den es zu überzeugen gilt.
Gibt es da einen Mittelweg, ist er überhaupt sinnvoll oder muss halt der Einzelne sich seinen Aufgaben stellen?
Wie geht es Euch, wie geht Ihr damit um?
Ist für Euch der Vegetarismus eine Zwischenstufe zur veganen Ernährung oder sogar Lebensweise ( auch keine tierische Produkte im Wohn/Lebensbereich)?
Würde mich freuen, wenn Ihr Euch zu diesem Thema äussert würdet und hoffe auch eine interessante Diskussion!
Am besten fange ich mit meiner Einstellung an:
Da ich vegan lebe, dies aus ethischen Gründen, gibt es für mich natürlich keine Alternative mehr. Da ich diese Lebensweise nicht seit meiner Geburt ausführe, hatte ich natürlich die gleichen Phasen wie viele andere zu durchlaufen, Reduzierung Fleischwaren, Übergang zu Fischwaren/Milchprodukten, Verzicht von Fleisch/Fischwaren, vegane Ernährung. Das Glück an meiner Seite, meine Frau und ich haben das gemeinsam gemacht. Insofern gab es auch keine Streitigkeiten in der Familie. Wie aber mit den Bekannten, wie in der Öffentlichkeit umgehen.?
Klar nach dieser bewussten Ernährungsänderung hatte ich schon eine Phase, ein Sendungsbewusstsein, dies auch zu publizieren, zu diskutieren. Anfangs war da bestimmt auch ein missionarisches Übergewicht vorhanden, welches sich aber pragmatisch abgeschliffen hat. Hatte, da ich nun mal nicht der Vereinsmensch bin, im Internet die Möglichkeit in bestimmten Foren, z.B. Utopia.de, die Idee des Veggie-Tages zu publizieren und dort auch Aktionen durchzuführen. Gemeinsame Tätigkeiten machen eben schon auch mehr Spass.
Heute verfüge ich über genügend Kenntnisse und Erkenntnisse, wie damit in der Öffentlichkeit umzugehen. Wichtig scheint mir, selbst immer Vorbild zu sein. Selber zu kochen war dabei sicher hilfreich, da dadurch sich auch Rezepte publizieren liessen.
Was ich auch gelernt habe, ist, eben keine Agression in der Diskussion zu zeigen, sondern nur mit sachlichen Argumenten zu arbeiten, die gibt es ja mittlerweile genügend.
Dabei darf ich getrost auch darauf verweisen, dass mich die vegane Lebensweise nicht nur gesund erhält, sondern auch manche Agression weggenommen hat, ich fühle mich leichter und friedlicher. Dies versuche ich dann in Diskussionen zu nutzen.
Gelingt noch nicht immer, aber immer öfters.
Nun, seid Ihr dran!
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Kommentar
Kommentiert von Cantarella am 12. August 2011 um 10:06pm Leider mache ich immer wieder die Erfahrung, dass viele Veganer (ich möchte an dieser Stelle nicht verallgemeinern), die vegetarsiche Lebensweise auf schärfst kritisieren. Sie lassen sich auf Diskussionen ein, voller Vorwürfe und zum Teil fanatisch verlaufen. Über „Fleischfresser“ wird nur gemotzt. Aggressivität in der Diskussion zeigt nur, dass man nicht sachlich argumentieren kann, somit das Thema nicht beherrscht.
Im Moment schreiben viele Zeitungen kritische Artikel über Massentierhaltung, TV zeigt einige Berichte und die Öffentlichkeit interessiert sich für diese Thema. Eigentlich doch ein guter Ausgangspunkt, denn ein Trend zum Vegetarismus scheint es zu geben. Diskussionen sind immer gut, auch wenn diese Schritte über „Leichen“ führen.
Die Menschen müssen sensibilisiert werden, aber man darf sie nicht zu sehr unter Druck, es muss von innen kommen. Bei einigen von uns ist es eine Lebensart, bei anderen Trend (Pseudo-Hype) bei den anderen wiederum ein Ding der Unmöglichkeit… aber all das bewirkt jedoch etwas… NACHDENKEN… und alles was wenigstens zum eingeschränktem Fleischkonsum führt freut mich.
Das Mitgefühl muss geweckt werden und das erreicht man nicht mit Aggressionen, drohendem Zeigefinger oder einer Kommunikationsform Jenseits von Gut und Böse.
In unserer sich stetig verändernden Welt sind wir auf dem richtigen Weg.

Hallo Bernhard,
ich sehe eigentlich k3in Problem vom Vegetarier zum Veganer zu wechseln.
Ich verstehe so wieso nicht, wieso das immer wieder so hervorgeoben wird.Ein Vegetarier wird ohnehin den grössten teil der Ernährung aus Gemüse, Getreide und Obst bestreiten. Alternativ dazu wir ein Veganer i.d.R. eine alternative von Fleisch/Milch/Fisch durch Soja und Seitan abgedecken könne, hauptsächlich des Eiweisses wegen.
Auch der Wechsel von einem "normalen Fleisch/Milchköstler" zu einem vegan lebenden Menschen ist nicht so fürchterlich schlimm. So den der "Allesesser" sich täglich mit Gemüse, Getreide und Obst ernährt.
Was schliessen wir daraus?
Die Umstellung bezieht sich nur auf die Frage, was ist meine Alternative zu Fleisch, Fisch, Milchprodukte.
Genau diese Alternative bieten Soja,Tofu und Seitan-Produkte, nicht unbedingt jeden Tag, aber ausreichend.
Dann, glaube ich, ist das gesundheitliche Problem geklärt.
Wo eigentlich ist das Problem, unter der Voraussetzung, dass Gemüse, Obst und Getreide/Hülsenfrüchte ohnehin schon regulär und permanent verzehrt wurden.

Hallo Gerhard,
das ist eine sehr interessante Diskussion, die Du hier einleitest.
Ich selbst habe in meinen Beiträgen immer wieder angedeutet, wie
wichtig ein selbstbewußtes Auftreten ist. Es ist von großer Relevanz,
daß wir alle versuchen, offen, ehrlich, interessiert, tolerant (aber nicht
ignorant), neugierig, ruhig (aber dennoch gespannt), stetig lernbereit
im Erkennen von Strukturen und deren Übertragbarkeit in viele Bereiche,
eben breitbandig zu sein, um Peripheriegrenzen überschreiten zu können.
Natürlich ist jeder Mensch unterschiedlich veranlagt, was die Sache aber
umso interessanter macht, auch mit ihm in Kontakt zu treten und
Vertrauen aufzubauen.
Der eigene Horizont der Erkenntnis sollte sich kontinuierlich erweitern.
Wichtig ist dabei, immer wieder Entspannung zu suchen, das
Gelernte zu verarbeiten und in sein Logiknetz einzuknüpfen.
Gerhard als guter Koch wird bestätigen, daß es auch beim Kochen
sehr viele Möglichkeiten gibt und eine Biografie somit als
"Kochbuch des Lebens" tituliert werden könnte. Man entdeckt immer
wieder neue Gewürze, versucht etwas neues, erschmeckt eigene
Irrtümer und korrigiert diese beim nächsten Versuch.
Ich selbst glaube, jetzt den Übergang vom Vegetarier zum Veganer
zu schaffen.
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