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Ärzte Zeitung, 04.02.2010

Viel Folsäure, aber wenig Vitamin B12 riskant für's Gehirn

BOSTON (nke). Die isolierte Zufuhr von Folsäure als Nahrungsergänzung ist problematisch. Bei Personen mit schlechter Vitamin-B12-Versorgung steigt dadurch das Risiko für kognitive Defizite und Anämie, wie eine
Studie an der Tufts University in Boston in den USA ergeben hat.

Zur Prävention von Neuralrohrdefekten bei Neugeborenen werden in den USA und einigen anderen Ländern Getreideprodukte mit Folsäure angereichert. Diese
Maßnahme ist jedoch umstritten. Neue Argumente für die Gegner einer
Folsäureanreicherung liefern die Ergebnisse der Arbeitsgruppe von Dr.
Jacob Selhub (Am J Clin Nutr 89 (suppl), 2009, 702S).

Um die Wechselwirkungen zwischen Folsäurezufuhr und Vitamin-B12-Mangel zu studieren, evaluierten die Wissenschaftler des Human Nutrition Research Center on Aging die Daten des
US-amerikanischen National Health and Nutrition Examination Survey
(NHANES) der Jahre 1999 bis 2002 - also nach Einführung der
Folsäureanreichung. Dabei untersuchten sie, wie sich hohe Folsäure- und
niedrige Vitamin-B12-Werte im Hinblick auf Anämie, Makrozytose und
kognitive Leistungen sowie auf die Stoffwechselprodukte Homocystein-
und Methylmalonsäure (MMA) auswirkten. Die Studiendaten stammten von
1302 Personen im Alter von 60 Jahren und darüber.

Personen mit hohen Folsäure- und niedrigen Vitamin-B12-Spiegeln (Plasma-Vitamin B12 unter 148 pmol/l) hatten etwa fünfmal so häufig Anämien und kognitive Defizite wie Personen mit normalen Spiegeln der
beiden Vitamine, so das Ergebnis der statistischen Auswertung. Darin
sehen die Autoren eine Bestätigung für die Annahme, dass die
neuropsychiatrischen Folgen eines Vitamin-B12-Mangels durch eine gute
Folsäure-Versorgung verschlimmert werden. Mit einem Anstieg des
Homocysteinspiegels hingen die hämatologischen und kognitiven Risiken
allerdings nicht direkt zusammen.

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hallo martin,
ich halte die isolierte nahrungsergänzung für eine gefährliche entwicklung. ist es nicht so, dass diese wirkstoffe ihre wohltuende wirkung dann am besten entfalten können, wenn sie in ihrem natürlichen zusammenhang mit ihren jeweiligen gegenspielern verzehrt werden? ausserdem scheint mir, dass durch ungewollte, unkontrollierte überdosierung eher schaden angerichtet wird, als die gewünschte positive wirkung.

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