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Wir leben in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs, entwickeln uns von einer Industrie- zu einer Wissensgesellschaft. Aber ist das wirklich der Grund für den Trend zum Fleischverzicht? Ungefähr sechs Millionen Deutsche ernähren sich schon vegetarisch, Elisabeth Brückner berichtet im SWR2 Kontext über dieses Thema.



Ausgangspunkt der Sendung ist der Überraschungsbestseller „Eating Animals“ von Jonathan Safran Foer, der damit in ganz Amerika Grundsatzdiskussionen hervorgerufen hat. Der Autor klärt über die ökonomische, soziale und ökologische Folgen auf und thematisiert dabei das qualvolle Leben der Tiere. Tobias Leenaert von der Ethisch-Vegetarischen-Alternative (EVA) in Belgien hatte die Gelegenheit den Bestsellerautor zu interviewen und ihn über die Motive zum Buch zu befragen.

Professorin Eva Barlösius hat zur Soziologie des Essens geforscht und kommt zu dem Schluss, dass wir in Deutschland ähnliche Motive und Diskussionen haben wie gerade in Amerika. Man kann sogar schon seit den 1980er Jahren beobachten, dass in bestimmten sozialen Kreisen weniger Fleisch gegessen wird und immer mehr Menschen vegetarisch leben.

Eine weitere Interviewpartnerin ist VEBU-Vorstandsmitglied Silke Bott, welche die Vorteile einer rein pflanzlichen Ernährung betont und dabei klarstellt, dass es kaum noch klassische Vorurteile gegen Vegetarier/innen gibt. Im weiteren Verlauf der Sendung wird auch die Kampagne des VEBU zum fleischfreien Wochentag vorgestellt.

Den vollständigen Beitrag kann man auf der Homepage des SWR direkt anhören oder einfach herunterladen.

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Mag auch die im Beitrag der beiden Damen genannte Bildung und das soziale Lebens-Umfeld eine Rolle spielen, bei der Entscheidung vegetarisch zu leben, dennoch sollte man die ethische Komponente nicht vernachlässigen, das Mitgefühl gegenüber allem Leben.
Dieses Mitgefühl fusst sicherlich nicht auf anerlernte Bildung, sondern auf Herzens-Bildung.
Das hast du sehr schön gesagt! ;-)
Hatte mich schon gefragt, wann ich hier das erste mal über "eating animals" stolpern würde. eine wirklich sehr empfehlsame lektüre, auch für gewohnheitsvegetarier und -veganer.
auch wenn man kleine erfolge erkennen mag, so ist doch genau dieses buch der hinweis darauf, dass es keine wissensgesellschaft gibt, bzw nur eine kleine minderheit sich gedanken macht, der rest will sein steak auf dem grill haben, weil sich das so gehört, und der rest ist absolut nebensächlich. der mensch neigt dazu, sich mit gleichgesinnten abzugeben. daran verliert er aber den sinn für "realität", oder eben die wahrnehmung der welt, außerhalb seiner blase. wer sich wechselnd in verschiedenen "schichten", sozialen gruppen oä. aufhält (hierfür reicht meist ein blick in die eigene familie?) muss oft schmerzlich erkennen, dass entwicklungen, die für einen selbst wesentlich waren, an anderen völlig vorbei gegangen sind. ganz frei nach "na dafür sind doch tiere da, dass ma se isst".
Wie definiert man Wissengesellschaft?. Ist es basierend auf Vernunft, Ratio, Erklärbarem, Materiellem (Was ich seh, das weiss ich) oder gehört zur Wissensgesellschaft auch die Ethik, also das handeln nach moralischen Gesetzen. Wenn ja, ist diese Wissensgesellschaft nur menschen-orientiert, menschen-verpflichtend oder schliesst sie alle "Leben" mitein?

Wir sind auf dem Weg zur Wissensgesellschaft, allerdings mit einer noch fürchterlichen Schieflage, weil wir im ethischen Handeln noch sehr einseitig, auf den Mensch projeziert sind. Es wird noch Generationen dauern, bis die Menschen als Gesamtheit begreifen, dass ein universelles Leben nur mit der friedlichen Koexistenz mit den Tieren und der Natur möglich ist

Menschen, die das begriffen haben, werden von sich aus schon den Wunsch verspüren diese Einseitigkeit zu verändern. Die schlechter werdenden, auch durch Menschenhand verursachten Umweltveränderungen, sind Szenario, die diesen Weg beschleunigen.

Also dürfen sich Menschen mit diesen Erkenntnissen nicht verschliessen, sondern sollen immer wieder auch, zwar friedlich, aber nachhaltend Stachel in der Gesellschaft sein. Sie wird sich verändern, vielleicht erleben wir das nicht mehr, aber die Nachwelt wird uns dankbar sein.

Jeder sollte wirklich versuchen, mit der inneren Überzeugung, die besseren Argumente zu haben,

sein Umfeld langsam aber stetig zu verändern.

Ich glaube, daß man die Ignoranz der Mitmenschen mit etwas Feingefühl aufweichen kann. 

Ich wurde vor ca. 30 Jahren zunächst Vegetarier, weil ich spürte, daß im tiefen Innern meines

Bewußtseins ein Hemmnis, ja eine Barriere mich daran hinderte, mich weiter zu entfalten.

Von einem Tag auf den anderen traf ich dann die wichtige Entscheidung und bereue dies bis

heute nicht.  Den Übergang zum Veganer habe ich schon seit langer Zeit begonnen und werde

diesen mit Eurer moralischen Unterstützung auch noch schaffen.

Mit der Zeit zum Vegetarier bist Du mir einiges voraus, da habe ich länger gebraucht. Die einzige Entschuldigung dafür, mir war es nicht bewusst, was ich da tat. Zum einem niemanden in der Familie und dem Bekanntenkreis, zum andern auch keine wirkliche öffentliche Information.

Heute ist es schon wesentlich problematischer, an dem Thema vorbeizustolpern.

Allerdings, als mir (wir, d.h. meine Frau und ich) bewusst wurde was ich da tat, für was ich mitschuldig wurde, war der Übergang zum veganen Leben relativ schnell vollzogen und da gibt es auch keine Abstriche. Das Beginnen und Vollenden kann man sehr schnell durchführen, gesundheitlich im Normalfall kein Problem, wenn man sich bewusst vegan ernährt.

Für was brauchst Du eine moralische Unterstützung, das habe ich nicht verstanden, die ethische Komponente kann es bei Dir nicht sein, so wie ich Dich aus Deinem Geschriebenen jetzt kenne.

Gibt es gesundheitliche Bedenken oder ist es einfach die "alte Gewohnheit (Gelüste)", die dich da ab und zu übermannt

Hallo Gerhard,

schön, daß Du Dich so fürsorglich zu Wort meldest.

Ich habe gelesen, daß Du ein guter Koch bist, deshalb ein paar Fragen:

 

1.  Welche Sojamilch verwendest Du?

2.  Gibt es guten Vegankäse, welche Sorten empfiehlst Du?

3.  Womit kann man beim Backen die Eier ersetzen?

 

Danke vorab.

 

Gruß  Bernhard

Hallo Bernhard,
zu 1) Fürs Müsli, zum trinken und zum Backen verwende ich den Soja-Drink von VitaQuell. Ist etwas mit Calcium angereichert, schmeckt gekühlt am besten.
zu 2: Ja, da habe ich einen Favoriten, ein Produkt von Vegusta (Schweizer-Firma) namens No-Muh Käse (rezent und würzig). Ist bisher die beste Käse-Alternative, die mir über den Weg gelaufen ist. Kann aufs Brot, kann in Salate mitrein, schmeckt einfach.
www.vegusto.com
zu 3) zum Backen, da bin ich allerdings nicht so gut drauf. Für Mürbteig (z.B. Zwetschgenkuchen verwende ich z.B. eine kleine Banane), um die Feuchtigkeit zu bekommen. Für andere Kuchen (Rührteig), z.B. Schockokuchen verwende ich eine Tasse Seiden-Tofu.
Allgemein bietet sich das Produkt NO-Egg an, siehe
http://www.ein-besseres-leben./product_info.php?model=p6793_name

Gruss
Gerhard
Den Übergang zum Veganer habe ich schon seit langer Zeit begonnen und werde diesen mit Eurer moralischen Unterstützung auch noch schaffen

 

Da hat das Lesen hier im Forum auf mich ewigen Vegetarier auch schon Auswirkungen.

Denn eben wollte ich mir eigentlich n Stück Kuchen holen. Stand da an der Theke - und dachte mir: Will und braucht meine Körper das jetzt wirklich. Butter, Schoko usw. ...

... und da habe ich mir stattdessen ganz ein Malz-Bier geholt. Süß und lecker! Und vollkommen vegan. Merke auch dass es kein Verzicht auf irgendwas war sondern eigentlich vieles nur süchtige Gewöhnung mit Kuchen&Co.

 

Ein komplettes veganes Leben war mir, gerade da ich mich in keiner unterstützenden Gemeinschaft befinde sondern eher einzelgängerisch lebe und esse, immer viel zu anstrengend. Ich habe es schon zweimal komplett versucht jedoch nur 1-2 Wochen durchgehalten. Man muss soviel bedenken.

Jedoch versuche ich mich immer mehr um zu stellen - bin z.B. schon von Kaffee mit Milch auf Kaffee mit etwas Zucker umgestiegen. Weil mir Sojamilch im Kaffee nicht schmeckt und man unterwegs oft eh keine bekommt. Am Anfang dachte ich da gewöhne ich mich nie dran aber mittlerweile trinke ich Kaffee richtig gerne so - schmeckt sogar authentischer.

So, nun trinke ich das Bierchen aber auch genüsslich weiter :-)

-


 wer sich wechselnd in verschiedenen "schichten", sozialen gruppen oä. aufhält (hierfür reicht meist ein blick in die eigene familie?) muss oft schmerzlich erkennen, dass entwicklungen, die für einen selbst wesentlich waren, an anderen völlig vorbei gegangen sind. ganz frei nach "na dafür sind doch tiere da, dass ma se isst.

 

Sehr treffend.

Bestimmte 'positive' Entwicklungen haben oft wirklich nur temporäre Gründe. In Japan Atomkatastrophe --- und schwups werden 'Die Grünen' hier zur Volkspartei ... hat das was mit anderem Bewusstsein zu tun? Nein. Nur mit ganz egoistischer Angst. Leider ...

Auf einen globalen Bewusstseinswandelmüssen wir sicher noch einige Jahrzehte und viele weitere aufrüttelnde Katastrophen warten.

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