Die heiligen Kühe Indiens sind nicht nur das Sinnbild des Subkontinents, gleichzeitig sind sie mit insgesamt 11,75 Millionen Tonnen Methan jährlich auch die größten Treibhausgas-Produzenten des Landes. Dagegen kommen nicht einmal die unzähligen Autos an, die täglich die Luft der indischen Metropolen verpesten. Aber nicht nur die Rinder sind ein riesiges Problem für den Klimaschutz, auch die Bevölkerungsexplosion und der Wirtschaftsboom Indiens werden in den nächsten Jahren die Kohlenstoffemission in die Höhe schnellen lassen.
Zurzeit leben noch immer die meisten Inder, trotz des ungeheuren Wirtschaftswachstums, in bitterer Armut. Durchschnittlich produziert ein US-Amerikaner 15-mal mehr Kohlenstoff als ein Inder. Gerade einmal vier Prozent der weltweiten Emission gehen auf das Konto des südasiatischen Landes. Indiens Umwelt- und Forstminister Jairam Ramesh sieht daher auch überhaupt keine Notwendigkeit den steigenden Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern: „Der Westen hat jahrzehntelang ungestraft die Atmosphäre verpestet. Daher steht es den Industrienationen nicht zu, armen Schwellenländern Einsparungen vorzuschreiben.“
Um beim Klimagipfel in Kopenhagen aber nicht als Spielverderber dazustehen, hat die Regierung jetzt dennoch einige Lippenbekenntnissen gemacht. Doch Kritiker halten dies für eine reine PR-Maßnahme. Ähnlich wie die Kampagne gegen den Klimakiller „Fleischproduktion“, der sich Ramesh vor einiger Zeit angeschlossen hat. Hier betonte der Umweltminister, dass er von nun an auf den Verzehr von Rindfleisch verzichten wolle – was für ihn, als langjährigen Vegetarier, wohl kaum ein großer Verlust sein wird.
Wie steht Ihr zu der Haltung Indiens? Findet Ihr die Argumentationen von Indiens Umweltminister nachvollziehbar?
Quelle:
www.welt.de