Als frustrierte „Salatblattknabberer“ werden sie oft beschrieben, als freudlose „Hose-ohne-Ledergürtel-Träger“ oder „menschliche Hasen“, die den Tieren das Futter wegfressen. Das Image vom Veganer als Hardcore-Version des Vegetariers, der nicht nur auf Fleisch, Fisch und Ei, sondern auch auf Milchprodukte und Honig verzichtet, hält sich hartnäckig.
Selbst prominente Veganer wie Beatles-Tochter und Modeschöpferin Stella McCartney haben mit dem Ruf der Spaßbremse zu kämpfen. Aber das öffentliche Bewusstsein ändert sich allmählich. Die CO2 Diskussion und der Beitrag der Massentierhaltung zum Klimawandel, der würdelose Umgang mit Tieren und die gesundheitsschädliche Wirkung von zu viel tierischem Fett tragen dazu bei. Menschen, die schon einen Schritt weiter sind, beklagen dass vegane Küche kompliziert sei sowohl in Bezug auf Zubereitung als auch wegen der korrekten Nährstoffverteilung beim Verzicht auf jegliche tierische Produkte.
Eines darf nicht abgestritten werden: Wer sich vegan ernährt, muss sich mit Lebensmitteln beschäftigen. Bloßes konsumieren von Convenience Produkten und Fast Food wird nicht funktionieren. Und er muss auch selber das vegane Kochen lernen. Dazu gibt es jetzt ein Kochbuch von Sandra Forster mit dem simplen Titel „Das vegane Kochbuch“. Nicht nur vegane Rezepte der Köchin, die in München ein veganes Restaurant betreibt, sind dort zu finden, sondern auch grundsätzliches Basiswissen zur veganen Ernährung.
Vegane Hilfsmittel und Alleskönner werden unter anderem dort vorgestellt wie Agar Agar, Agavendicksaft, Tofu oder Sojamilch. Natürlich ist ein Orangen-Carpaccio mit Pinienkernen aufwendiger zuzubereiten als eine Weißwurst, dafür wird es der Körper mittel- und langfristig danken. Stören sollten sich die Leser übrigens nicht an den Fotos der abgebildeten Gerichte. Hier war kein Food-Stylist am Werk, sondern der Fotograf hat die Speisen genauso abgelichtet wie sie aus der Küche kommen, authentisch eben. Auch das ist eine Lebensanschauung.
Hat schon jemand von Euch das Buch gelesen und nachgekocht?
Quelle:
www.netzeitung.de