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Über Lifestyle-Vegetarier und Öko-Hedonisten: Ende der Märchenstunde

Die „Müsli-Fraktion“ kämpfte für eine politische Weltverbesserung, gegen das Wirtschaftssystem und für mehr ökologisches Bewusstsein. Heute hingegen ist es schick, die vegetarische Tofu-Wurst im Bioladen zu kaufen, gentechnikfreie Sojamilch zu trinken und sich nur die besten Öko-Produkte zu leisten. In ihrem Buch „Ende der Märchenstunde“ rechnet Kathrin Hartmann mit den gutverdienenden Öko-Großstädtern ab, die denken, sie könnten Hedonismus und Ethik durch das Einkaufen von Bio-Produkten miteinander verbinden.

Die Journalistin, die für zahlreiche namhafte Zeitungen schreibt, findet für „LOHAS“, Menschen, die einen Lebensstil auf Basis von Gesundheit und Nachhaltigkeit pflegen, keine guten Worte – im Gegensatz zu den Konzernen, die laut Hartmann, die Kaufkraft der Lifestyle-Ökos längst erkannt haben. „Das große Ganze, also der Weltmarkt, ändert sich durch dieses Handeln im Kleinen nicht“, erklärt die Autorin in ihrem im Blessing Verlag erschienen Buch. Man unternehme lediglich etwas für sein Gewissen, aber nichts für eine gerechtere Gesellschaft, so Hartmann weiter, die sehr kritisch, aber auch humorvoll das Lebensgefühl unserer Generation beschreibt. Dabei spart sie nicht mit gut recherchierten Fakten und klaren Analysen.

Korrekter Konsum ohne ernsthaftes Engagement passt für die 37-jährige nicht zu dem, was Nachhaltigkeit und ökologisches Verständnis ausmachen. „Der Konsum besserer Produkte führt nur zu einer Abgrenzung eines schicken grünen Milieus, das sich auch moralisch besser fühlen will“, stellt Hartmann klar.

All ihre Argumente und Betrachtungsweisen könnt Ihr auf 384 Seiten in „Ende einer Märchenstunde“ für 16,95 Euro nachlesen.

Was haltet Ihr von diesen Aussagen? Könnt Ihr Hartmanns Sichtweise nachvollziehen oder seid Ihr anderer Meinung?

Quelle: www.welt.de

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Es ist einfach nur peinlich, dass einem solchen Veriss des kritischen Konsums auf einer (angeblichen?) Pro-Vegetarismus-Seite überhaupt Raum gegeben wird.

Zum Buch: Um es mit Volker Pispers Worten zu sagen: "Das einzige was an diesem Journalismus noch kritisch ist, ist sein Geisteszustand."

Das Konzept ist nix Neues: Provozieren erhöht die Verkaufszahlen.
Dieser peinliche Versuch (und viele Andere die in die selbe Kerbe schlagen) ist sozusagen lebensnotwendig für die wirtschaftlichen Interessen die dahinter stehen.

Für viele Unternehmen ist es das unwiderrufliche Aus, sobald eine breitere Schicht endlich aufwacht und beginnt via Einkaufswagen den Wandel einzuleiten, einzufordern und zu tragen.

Gründe für den Vegetarismus, für bewußten Bio-Konsum und auch einem Lebensstil auf Basis von Gesundheit und Nachhaltigkeit gibt es viele. Und auch durchaus viele unehrenhafte ..... (Geltungsdrang, Elitäres Denken, Gruppendruck etc, etc,)

Wer Vegetarier/Öko/Bio/LoHa bleibt - der hat begriffen wie es funktioniert, was es bedeutet und was es bringt. Dem Selbst, der Familie, der Welt. Und spätestens dann interessiert es diesen Menschen nicht mehr ob die Kinder Beifall klatschen oder kübelweise Unrat verbreiten.
Was bitte verändert die Welt und die Weltmärkte, wenn nicht das Konsumverhalten der Einzelnen? Wenn alle so wären wie ich, gäbe es z.B. keine Fertigprodukte, auch nicht Bio und dann würden sie auch nicht produziert. Womit ich gar nicht sagen will, dass ich die schlecht finde oder ablehne, ich habe nur das Glück, mir immer aus frischen Zutaten etwas zubereiten zu können. Jeder Einzelne von uns leistet seinen Beitrag zum Inhalt der Regale in Supermärkten.

Dass Menschen, die mehr Geld verdienen, das auch ordentlich für Bio ausgeben, trägt meiner Meinung nach ebenfalls dazu bei, dass sie das Bio-Angebot stetig erweitert und in der Tendenz zu günstigeren Preisen führt. Ich habe das Buch nicht gelesen - habe es ehrlich gesagt auch nicht vor - aber wenn es chic wird Tofuwürstchen zu essen und Reismilch zu trinken, dann wird das mehr Menschen zum Nachahmen inspirieren, als wenn die Tofuwurst nur inklusive Belehrung über den Zustand der Welt zu bekommen ist.

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