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Tierschützer/innen und Vegetarier/innen wollen in China Hundefleischverbot durchsetzen

Seit Jahrhunderten stehen in China Hunde und Katzen auf dem Speiseplan der Menschen, werden dort unter grausamen Bedingungen in enge Käfige gepfercht und brutal abgeschlachtet. Was für unseren Kulturkreis undenkbar erscheint, ist im Reich der Mitte alltäglich. Doch seit einiger Zeit wehrt sich der einflussreiche Mittelstand chinesischer Städte gegen den Verzehr der Vierbeiner.

Die Tierschützer/innen der Volksrepublik demonstrieren auf Fleischmärkten und vor Restaurants gegen die alte chinesische Tradition, da sie Hunde und Katzen lieber als niedliche Haustiere halten statt sie in den Kochtopf zu stecken. Jetzt haben die Hundefleisch-Gegner/innen, laut der Zeitung China Daily, einen Gesetzesentwurf gegen Tierquälerei verfasst, der das Verspeisen von Katzen und Hunden verbieten soll. Allerdings gehen die Tierschützer/innen selbst davon aus, dass es noch Jahre dauern könnte, bis der Nationale Volkskongress überhaupt über den Gesetzesentwurf berät.

Besonders empört sind die chinesischen Vegetarier/innen und Tierrechtler/innen auch gar nicht über die Tatsache, dass so viele Menschen in ihrem Land das Fleisch der Vierbeiner essen. Vielmehr erschreckt sie die Grausamkeit, mit der die Tiere behandelt werden. Immer häufiger machen auch die Medien auf das barbarische Verhalten Tieren gegenüber aufmerksam und fordern die Bevölkerung zum Umdenken auf. So berichtet eine chinesische Zeitung beispielsweise von dem Gericht „gekochte lebende Katze", das in einer Provinz eine wahre Delikatesse sein soll.

In Europa freut man sich über den Aktivismus des chinesischen Mittelstandes. Allerdings fragen sich viele Vegetarier/innen zu Recht, ob es überhaupt angebracht ist, sich hierzulande über asiatische Traditionen zu empören, während nebenan Schweine, Hühner und Rinder in qualvoller Massentierhaltung dahinvegetieren, um uns günstiges Billigfleisch zu garantieren.

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das sehe ich anders. jmd der sich für pelztiere einsetzt, aber fleisch isst, ist immer noch besser als jmd der gar nichts macht und fleisch isst.

Damit begibtst du dich allerdings wieder auf die Position, das eine Schlechte gegen das andere aufzuwägen, wobei die Fragen sein sollte, warum man überhaupt zwischen zwei schlechten Alternativen abwägen sollte, wenn man es gar nicht muss, da die Lösung für jeden einfach und sofort umsetzbar ist.
Ein Elternteil, das sein Kind fünfmal schlägt ist besser als eines, das es zehnmal schlägt, aber dennoch würde hier niemand auf die Idee kommen, das eine besser zu finden, weil klar ist, dass man Kinder überhaupt nicht schlagen muss.
Hallo Martin,
diese Diskusion hatten wir beide wohl auch schon mal.Deine Argumentation wäre rechtlich gesehen nicht zu widerlegen, gäbe es diesbezüglich ein Recht.
Aber wir sind alle Menschen, mit Schwächen und Fehlern, aber eben auch gute Seiten.
Trotz allem würde ich das geringere Übel wählen. Und in diesem Fall würde ich es lieber noch aktzeptieren, wenn ein Tierschützer nicht Vegetarier/Veganer ist, aber sich dennoch für den Tierschutz einsetzt, während soviele Vegetarier/Veganer zwar sich rein und unschulgig fühlen, da sie ja keine tierische Nahrung/Kleidung aufnehmen/besitzen, dennoch dem Grausamen nur theoretische Statements entgegen zu bringen haben.
Ich bin sogesehen auch ein Schreibtischtäter, ich gehe nicht auf die Strassen, ich mache keine Undercover-Arbeit und eben deshalb zolle ich den Menschen trotzdem Respekt, so wie ich allen Menschen Respekt zolle, die auf diese Weise gegen Gewalt, Missbrauch gegen Mensch und Tier auftreten.
Es hilft der Sache und der Aufklärung of mehr als man immer nur durch Diskussionen erreichen kann.
Wobei eben beides dazu gehört.

Schönen Abend noch
Gerhard
Trotz allem würde ich das geringere Übel wählen.

Das ist wieder das, was ich bereits als falsche Fragestellung bezeichnet habe. Natürlich ist es besser, wenn jemand kein Fleisch isst (A), als wenn er es tut (B), genauso wie es besser ist, wenn ein Kind fünfmal geschlagen wird (A), als wenn es zehnmal geschlagen wird (B). A ist immer besser als B, dennoch würde beim zweiten jeder klar einwenden, dass die Wahl A oder B falsch ist, weil sie Variante C (gar nicht schlagen) zur Verfügung steht. "A oder B" sind falsche Alternativen, deshalb ist es auch falsch, "ein bisschen weniger Tierausbeutung" als Fortschritt darzustellen, wenn "sofort keine Tierausbeutung" möglich ist. Und das ist es im Fall des Veganismus, denn jeder Mensch in Deutschland kann sofort und ohne Umwege vegan werden. Nicht darauf abzuzielen ist daher nicht nur ethisch unzureichend, sondern auch strategisch schlecht.
habe förmlich auf eine solche Antwort gewartet und sie kam.
Martin, das von Dir als Beispiel skizzierte Modell ist logisch richtig, aber praktisch nur für eine begrenzte Menge Menschen anwendbar. Logischerweise wählen Menschen, die den Wahnsinn erkannt haben, immer die Variante C.
Wir reden aber nicht von denen, sondern von Menschen, die diese Erkenntnis noch nicht oder überhaupt nicht besitzen.
Wir werden ja nicht als Veganer/innen geboren. Also, das ist ein Prozess, der individuell abläuft.Es ist ein analoger Prozess, der kann die Zustände A, B, C beinhalten, bzw. erreichen, nach einer Zeit t (Variable).

Natürlich ist ein "bisschen Tierausbeutung" ein Fortschritt gegenüber "nur Tierausbeutung".

Natürlich ist "keine Tierausbeutung" der Endzustand, das Ziel, aber nicht von allen gleichzeitig erreichbar, weil eben die Erkenntnis bei den Menschen unterschiedlich ausgeprägt ist.

Ich muss auf grund Deiner Antworten annehmen, dass Du A oder B nicht aktzeptierst. Das bedeutet aber doch auch im Umkehrschluss, dass Du dann den Status quo der momentanen Tierausbeutung aktzeptiesrt, ohne wenn und aber. Ein "bisschen weniger" geht ja nicht, wenn ich Dich verstanden habe.
Glaube, mit der Meinung stehst Du ziemlich alleine da oder ?
Nein, überhaupt nicht. Ich lehne es nicht aus theoretischen Gründen ab (oder nicht nur), sondern aus praktischen und das habe ich deutlich geschrieben: Jeder kann sofort vegan werden. (Genauso wie jeder sofort aufhören kann, sein Kind zu schlagen und nicht den "Umweg" über erst "nur" fünf Schläge am Tag machen muss.) Daher gibt es nicht den geringsten Grund, das Ziel (egal welcher Kampagne) geringer anzusetzen. (Und ich meine nur das Ziel. Wie lange jemand dann braucht, wieviel Zeit er sich selbst nimmt (es ist wohl selten wirklich "sofort", ist eine Individualangelegenheit.)

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