Jeder, der auf Fleisch verzichtet, tut dies aus seiner ganz eigenen Überzeugung und Weltanschauung heraus. So gibt es neben gesundheitsbewussten Vegetariern beispielsweise Veganer, die durch waghalsige Aktionen auf das Leid der Tiere aufmerksam machen möchten. Einige Menschen haben für sich persönlich beschlossen, aus ethischen oder ökologischen Gründen tierische Produkte abzulehnen, während wieder andere sich aus religiöser Überzeugung fleischfrei ernähren. Doch trotz bester Vorsätze fällt es vielen Leuten schwer, gänzlich auf Fleisch zu verzichten.
Bereits auf dem 38. Welt-Vegetarier-Kongress 2008 in Dresden, zu dem mehr als 800 Teilnehmer unterschiedlichster Interessengruppen kamen, stellte Thomas Schönberger klar, dass die Zukunft in Deutschland sicherlich den Wenig-Fleisch-Essern gehöre. Denn der Vorsitzende des Vegetarierbundes Deutschland (VEBU) weiß, wie groß das Bedürfnis nach fleischlicher Nahrung in der Bevölkerung ist – schließlich greifen auch Vegetarier gerne auf fleischähnliche Tofu-Schnitzel und Würste zurück.
Dennoch entscheiden sich immer mehr Menschen, den Fleischkonsum ganz oder teilweise einzuschränken, auch wenn die genauen Zahlen nicht bekannt sind. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung schätzt den Vegetarier-Anteil in der Bevölkerung beispielsweise auf etwa sechs Prozent, während das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel von nur 1,5 Prozent spricht. Laut einer FORSA-Umfrage gibt es in Deutschland hingegen sogar acht Prozent Vegetarier.
Vergleicht man die Zahlen der am Vegetarismus interessierten Menschen mit dem ersten Welt-Vegetarier-Kongress, der 1908 nur einige Dutzend Teilnehmer nach Dresden zog, hat sich das Bewusstsein in der Bevölkerung in den letzten 100 Jahren sicherlich stark gewandelt. Dennoch bleibt dem VEBU und anderen Vegetarier-Verbänden weiterhin eine Menge Aufklärungsarbeit, um auf die unhaltbaren Zustände der Massentierhaltung aufmerksam zu machen.