Um die gravierenden Folgen des Klimawandels zu bekämpfen ist eine deutliche Reduzierung des Fleisch- und Milchkonsums unausweichlich.
Dies belegt eine neue Studie des United Nations Environment Programme (UNEP), dem 1972 gegründeten Umweltprogramm der Vereinigten Nationen. Aus den mehr als einhundert Seiten langen Bericht geht hervor, dass die Produktion und der Konsum von Lebensmitteln einer der Hauptgründe für ein stetiges Voranschreiten des Klimawandels ist. Besonders tierische Produkte, wie Fleisch- und Milchprodukte, benötigen wesentlich größere Mengen an Ressourcen, als Produkte auf rein pflanzlicher Basis.
In Anbetracht einer stetig anwachsenden Weltbevölkerung, welches bis zum Jahre 2050 voraussichtlich auf neun bis zehn Milliarden Menschen ansteigen wird, ist eine stark fleisch- und milchorientierte Ernährungsweise, wie sie besonders in der westlichen Welt üblich ist, äußerst unnachhaltig. Eine wesentliche Reduzierung der ernährungsbedingten negativen Auswirkungen auf das Weltklima sei somit nur durch eine weltweite Ernährungsumstellung weg von tierischen Produkten zu erreichen, so der Bericht der UNEP. Laut Achim Steiner, Untergeneralsekretär der UNO und leitender UNEP-Direktor, führen die wissenschaftlichen Ergebnisse der Studie zu der Erkenntnis, dass derzeit zwei Bereiche einen überproportionalen Einfluss auf Mensch und Umwelt haben: der Energieverbrauch in Form fossiler Brennstoffe sowie die Landwirtschaft, insbesondere die Viehzucht für Fleisch- und Milchprodukte.
Aus dem Bericht geht hervor, dass bereits 70 Prozent des weltweiten Trinkwasserverbrauchs und 38 Prozent der globalen Landnutzung auf das Konto landwirtschaftlicher Produktion fallen, allen voran die Herstellung tierischer Lebensmittel. Ein ‚Business-as-usual-Szenario’, also ein unverändertes Fortführen unseres Produktions- und Konsumverhaltens, würde zukünftige Umweltfolgen deutlich verstärken, warnt der Bericht.
Gerade die globale Viehwirtschaft gilt hierbei als Auslöser für weit reichende Umweltprobleme, wie beispielsweise Wasserverschwendung und -verschmutzung sowie der Verlust von Lebensräumen und ein damit einhergehender Verlust von Artenvielfalt. Ein größerer Wohlstand führe hierbei nicht automatisch zu ökologischen Verbesserungen, warnt die UNEP-Studie. Ein steigender Wohlstand sorge viel mehr für eine Verschiebung der Ernährungsgewohnheiten hin zu mehr Fleisch- und Milchprodukten. Im Bezug auf CO2 führe eine Verdoppelung des Wohlstands zu einem Anstieg der Umweltbelastungen von bis zu 80 Prozent, so der Bericht.
Als deutliche Botschaft geht aus diesem Bericht hervor, dass es höchste Zeit ist, unser Konsumverhalten zu überdenken und auf eine ressourceneffizientere und damit auch umweltfreundlichere Wirtschaft umzuschalten. Neben einer effektiven Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft braucht es besonders die Bemühungen jedes Einzelnen, um die durch den Menschen verursachten negativen Auswirkungen auf das Ökosystem zu verringern. Dies bedeutet auch einen substanziellen weltweiten Wandel unseres Ernährungsverhaltens, weg von tierischen Produkten und hin zu einer pflanzlichen Ernährung.