Mit ein paar Lebensmitteln unter dem Arm verlasse ich den Supermarkt, als mich an der Eingangstür ein Junge und ein Mädchen freundlich aber gezielt ansprechen:
"Haben Sie fünf Minuten Zeit? Wir sind vom Tierschutz".
"Ja", sage ich, "Tierschutz finde ich gut."
Begeistert schlägt das Mädchen - so um die 18 - eine rote Mappe auf. Sie ist voller Bilder, auf denen man grauenhaft verstümmelte und verletzte Tiere zu sehen bekommt.
"Wir setzen uns dafür ein, dass so etwas nicht mehr geschehen darf! Die Tiere sollen ein Grundrecht bekommen, als Lebewesen anerkannt zu werden, und nicht mehr als Sache."
"Das finde ich echt gut" sage ich.
"Wir kämpfen dafür, dass Tiere vor Ort human getötet werden" fügt der Junge enthusiastisch hinzu und zeigt mir ein passendes Foto.
"Diese Ferntransporte sind nämlich total unmenschlich. Die armen Tiere brechen sich dabei oft die Beine und es geht bei Schnee und Regen über die Autobahn!"
Ich starre auf die Bilder, während mir verschiedene Schlagwörter noch einmal durch den Kopf jagen: Humane Tötung?! Die armen Tiere?! Vor Ort schlachten?!
Als Lebewesen anerkennen?!
"Dann seid Ihr sicherlich auch Vegetarier, oder?" frage ich sie prüfend.
"Nun, ähm, tja weißt Du,---" Mit Mühe versucht das Mädchen eine Erklärung zusammenzubauen.
"Nun, wir sind halt für die humane Tötung, das heißt, die Tiere sollen vor Ort geschlachtet werden, statt..."
"Humane Tötung?!" fahre ich dazwischen, "was ist das überhaupt?"
Etwas nervös schauen sich die beiden an.
Der Junge antwortet:
"Also, human töten bedeutet, dass die Tiere in ihrer vertraulichen Umgebung von ihrem eigenen Halter einfühlsam getötet werden..."
"Bist Du denn der Meinung, das Tier wäre damit einverstanden?" frage ich.
Der Junge hat keine Antwort.
"Wärest Du damit einverstanden, wenn Du von einer Dir bekannten Person in Deiner vertrauten Umgebung einfühlsam getötet wirst?" frage ich weiter.
"Ja, aber ich bin ja auch ein Mensch," protestiert der Junge.
"Sagtet Ihr denn nicht gerade, Ihr wollet Euch für das Grundrecht einsetzen, daß die Tiere als Lebewesen anerkannt werden?"
"Ja" erwiderte das Mädchen.
"Was ist denn nun ein Lebe-Wesen? - Ein Wesen mit Recht auf Leben oder mit dem Recht, human getötet zu werden?"
Tags:
DIESER BEITRAG WURDE BISLANG 198x ANGESCHAUT

Permalink Kommentiert von Gerhard Pommer am 23. Januar 2010 um 9:03am 
Was ist human?
Schon die Beantwortung dieser Frage lässt breiten Spielraum, was wohl mit kulturellem Erbe, eigener Biografie
und daraus resultierender Persönlichkeitsentwicklung zusammenhängt. Der oft missverstandene
"Schöpfungsglaube" mit der abschliessenden Erschaffung des Menschen als krönendes Werk des grossen
Meisters, dazu noch die an Grössenwahn grenzende Vorstellung des Endprodukts, eine Kopie Gottes zu sein,
tragen erheblichen Anteil an der Vergewaltigung unserer leidensfähigen Mitbewohner auf diesem Planeten.
Die Tiere spüren ohne Zweifel, wie sie von den Menschen als zu konsumierende Ware betrachtet werden.
Es wird bewusst vermieden, Vertrauen aufzubauen, dessen Endstadium als Liebe bezeichnet werden könnte.
Somit ist die Voraussetzung für die allseits bekannten Verdrängungsmechanismen und einer massenhaften
Verbreitung des Glaubens an die Selbstwertsteigerung durch Erlangung und Konsum materieller Güter,
zu denen nun auch die Tiere gehören (da zu ihnen ja keine emotionale Bindung mehr besteht), gegeben.
Der Verlust der natürlichen Vielfalt und einer notwendigen, stetigen Evolution der Arten sind schon heute ein
grosses Problem, was mit dem "Nachholbedarf" der bisher benachteiligten Weltbevölkerung noch einen
rasanten Anstieg erfahren dürfte.
Wohin die sogenannte "Veredelung" zum Zwecke optimaler Ausbeutung führt, zeigt aktuell wieder das
Auftreten der Rinderseuche namens "Chronischer Botulismus" und das typische Verhalten der Politik
zu solchen Themen:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/...
vom-4-Oktober-2011
Alle Menschen, die noch einen winzigen Rest von ethischer Verantwortung und/oder logischem Denkvermögen
in sich spüren, sollten allmählich aktiv werden.

Ergänzende Information zur Rinderseuche:
http://bazonline.ch/panorama/vermischtes/Eine-raetselhafte-Rinderse...

Beispielhaft für die geistige Verwirrung der Fleischerzeuger:
http://relevant.at/wirtschaft/pr/283480/ego-baut-schlachthof.story
Ich hoffe, auch wir werden stärker, nicht nur die Nachfrage nach Fleisch.

Hier ein Link, das zum Thema passen könnte:
http://wolodja.blog.de/2011/11/05/streichelzoo-schlachthof-12096617/
Permalink Kommentiert von Gerhard Pommer am 6. November 2011 um 11:02am Danke Bernhard,
für all die wichtigen Links von Dir.
Das mit den Fohlen ist erschütternd...und wie Du schreibst "beispielhaft für die geistige Verwirrung der Fleischerzeuger" ( bei all diesen Perversitäten...kann das sein, dass all diese "Noch-Nicht-Menschen" in Schlacht-Tierkörpern inkarnieren müssen und bei all diesem ausufernden Wahnsinn deswegen die Schlachtraten so steigen? In Chieming hatte ich das plötzlich mal gesehen: Menschen in Kuhgestalt, gefangen im Stall)
Kann ich Deinen Link gleich mal bei Facebook einstellen mit den ensprechenden Untertiteln?
Heute habe ich das Folgende im Postfach entdeckt: http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/tierversuchszahlen-zum-siebten-mal-in-folge-gestiegen.
Können wir nicht auch gemeinsam hier bei Vegetarier 24 eine Art "Occupy-Bewegung" zum Schutz unserer Tiergeschwister starten???
...mit den allerbesten ermutigenden Grüßen, Gerhard
Wir müssen ALLE ZUSAMMEN noch viel wirksamer und stärker werden!

Macht, was Ihr wollt!
Fürchtet Euch nicht!
LG an alle.
Bernhard.
Permalink Kommentiert von Gerhard Pommer am 6. November 2011 um 12:18pm 
Hier leuchtet ein Lichtlein durch den dunklen Horizont:
http://www.mallorcazeitung.es/leben/2011/11/03/letzter-rundgang-sch...

Und noch eins, sie haben doch einen Rest von Mitgefühl:
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/nord/wie-paul-weitz-im-sch...

Es wird immer toller:
Willkommen bei vegetarier24.de


© 2012 Copyright howtobegood | Tipps der Redaktion: Yoga-Forum | Yoga-Kurse | Yoga-Magazin | Vegetarier-Forum | Werbeagentur Münster