Nicht nur die Gesellschaft für deutsche Sprache, sondern auch die Besucher/innen der Website von PETA Deutschland e.V. wählten jetzt das Unwort des Jahres 2009. Der Tierrechtsorganisation geht es dabei vor allem darum, auf die teilweise tierverachtenden Wörter in unserer Sprache aufmerksam zu machen. Mit 40 Prozent der Stimmen hat sich „Altkuhverwertung“ klar vor „Schlachtkörper“ (23 Prozent) und „Schweinegrippe“ (13 Prozent) durchgesetzt.
Der Begriff „Altkuhverwertung“ führt uns besonders deutlich vor Augen, in welchem Maße die Tiere bis zum Letzten ausgebeutet werden. Denn Kühe, die bei artgerechter Haltung eine Lebenserwartung von etwa 25 Jahren haben, werden meist schon mit fünf Jahren zum Schlachthof gebracht. Denn die täglichen extremen Milchleistungen, die sie zuvor erbringen mussten, haben ihre Körper ausgemergelt und ihre Energien geraubt.
Um aber zeit ihres Lebens so viel Milch wie möglich geben zu können, müssen die Kühe ein Kalb nach dem anderen gebären, das ihnen normalerweise direkt nach der Geburt entrissen wird. Nimmt die Milchproduktion, bedingt durch die Strapazen dieser Tierhaltung, ab, so wird bei der „Altkuhverwertung“ in den Schlachthöfen auch noch der letzte Rest aus den Rindern herausgeholt, den wir Menschen in irgendeiner Form nutzen können.
Harald Ullmann, 2. Vorsitzender von PETA Deutschland e. V., sieht die Erniedrigung von Tieren bei der Wahl zum tierfeindlichsten Wort 2009 bestätigt. "Hinter vielen harmlosen Wörtern steckt eine grausame Realität“, so Ullmann. Das Unwort des Jahres 2009, „Altkuhverwertung“, verdeutlicht dies auf eindrucksvolle Weise.