Fossilienfunde werfen bei Paläontologen eine Menge Fragen auf: Handelt es sich um einen Fleisch- oder um einen Pflanzenfresser, in welcher Zeit lebte das Tier und welches Ökosystem besiedelte es? Besondere Bedeutung haben Funde, die Merkmale von zwei verschiedenen Tiergruppen aufweisen. So gilt der Archaeopteryx als Verbindungsglied zwischen Reptilien und Vögeln, während das Schnabeltier Merkmale von Säugern und Reptilien aufweist. Jetzt wurde ein Dinosaurier entdeckt, der sich sowohl von Pflanzen als auch von Tieren ernährte.
Zwar fällt es Fossilienforschern nicht schwer, anhand des Kiefers herauszufinden, ob ein Dinosaurier Vegetarier oder Fleischfresser war – doch fehlte lange Zeit das Bindeglied zwischen den beiden Ernährungstypen. Denn während die karnivoren Dinosaurier mit ihren spitzen und sehr scharfen Zähnen das Fleisch zerkleinern und zerreißen konnten, benötigten die vegetarischen Echsen flache Mahlzähne zum Zerkauen von Pflanzenmaterial.
Der Panphagia protos, ein in Argentinien entdeckter, etwa eineinhalb Meter langer Saurier, hat eine für beide Tiergruppen untypische Kieferform. Nicht nur die Zähne sehen anders aus, auch ist der Kiefer selber wesentlich weniger stark ausgeprägt, als dies bei Fleischfressern der Fall ist. Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass das Tier sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung zu sich genommen haben muss und gaben ihm den Namen Panphagia protos, was sich mit „Erster Allesfresser“ übersetzen lässt. Aufgrund des Fundes und der Altersbestimmung vermuten die Wissenschaftler nun, dass die vegetarisch lebenden Dinosaurier bereits vor 240 Millionen Jahren unsere Erde bevölkerten – und nicht, wie bisher angenommen erst 35 Millionen Jahre später.
Dies ist nicht der erste wissenschaftlich hochinteressante Dinosaurier-Fund in dem argentinischen Gebiet. Bereits in den 1980er Jahren wurde hier mit dem etwa 40 Meter langen Argentinosaurus Huinculensis der bisher größte bekannte vegetarische Saurier der Welt entdeckt.
Quelle:
www.welt.de